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Spracherkennung und ihre Schattenseiten

Spracherkennung und ihre Schattenseiten
13
Sep

Siri, Cortana, Google Assistant oder Alexa – digitale Assistenten, die in Smartphones, Computern, WLAN-Lautsprechern oder gar in smarten Hausgeräten eingebaut sind, sollen uns die Arbeit und den Alltag erleichtern. Sie verfügen über ein Mikrofon, einen Kleinstrechner, sind mit dem Internet verbunden und sollen unsere Sprache erkennen und an sie gerichtete Befehle begreifen und umsetzen – soweit die Theorie. Wie schaut es aber in der Praxis aus und welche Probleme birgt die Technologie?

Licht- und Schattenseiten digitaler Sprachassistenten

Die Spracherkennung bietet unbestritten zahlreiche Vorteile. Von ihr profitieren, um nur ein Beispiel zu nennen, Blinde und stark sehbehinderte Menschen in besonderem Maße. Dank Spracherkennung können sie beispielsweise E-Mails oder Kurznachrichten diktieren und so ungehindert am digitalen Schriftverkehr teilnehmen.

Digitale Sprachassistenten sind auch im Rahmen eines smarten Heims ohne Frage komfortabel. Man muss keinen Finger mehr rühren, um zum Beispiel das Licht ein- oder auszuschalten oder die Rollläden herunterzulassen. Es genügt eine mündliche Ansage an den digitalen Sprachassistenten, der sich umgehend darum kümmert. Die Spracherkennung ermöglicht uns also zweifelsohne eine große Portion Bequemlichkeit. Trotzdem sollte man neben all den Vorzügen auch die Schattenseiten digitaler Sprachassistenten im Blick behalten.

Was geschieht mit den Kundendaten?

Sprachassistenten benötigen eine ständige Internetverbindung, da die Sprachbefehle auf Rechnern von Google etc. zunächst entschlüsselt werden müssen, bevor eine Antwort errechnet und zurückgeschickt werden kann. Genau das verunsichert aber viele. Was geschieht mit den Kundendaten und wie lange werden sie irgendwo gespeichert? Schließlich verfügen die Konzerne dank der Sprachassistenten über ein sehr umfängliches Profil ihrer Nutzer. Dieses dient unter anderem als Grundlage für gezielte, individuelle Werbung, die dem Kunden maßgeschneidert präsentiert wird.

Mögliche Hacker-Angriffe

Denkbar sind zudem Gefahren durch Hacker-Angriffe. Unwahrscheinlich, aber dennoch grundsätzlich möglich ist zum Beispiel, dass anhand mitgehörter Sprachbefehle ermittelt werden kann, wann jemand zu Hause ist und wann nicht – besonders interessant für Einbrecher.

Handhabung

Auf den ersten Blick erscheinen Sprachassistenten als ein geeignetes Hilfsmittel vor allem für Senioren. Dies ist aber nur bedingt der Fall. Noch können die Systeme komplexe Sätze nicht erkennen. Vielmehr greifen die Programme auf eine vordefinierte Bibliothek zurück, die nach gesuchten Begriffen durchforstet wird. Der Nutzer muss also bestimmte Schlagworte gebrauchen, um das System überhaupt zu animieren. Für eine Vielzahl älterer Menschen könnte sich dies als hinderlich erweisen, vor allem, wenn sie Schwierigkeiten mit dem Gedächtnis haben sich die entscheidenden Stichworte schlecht merken können.

Fazit

Schon jetzt vermag die Spracherkennung vieles zu erleichtern – das ist unbestritten. Für wirklich komplexe Aufgaben sind die digitalen Assistenten aktuell jedoch noch nicht gerüstet. Da die großen Konzerne wie Google, Facebook, Microsoft oder Apple aber viel Geld in die Weiterentwicklung Künstlicher Intelligenz stecken, wird die Technologie vermutlich bereits in nicht allzu weiter Ferne große Fortschritte machen.

Die entscheidende Frage jedoch ist, welchen Preis wir bereit sind für ein Mehr an Komfort zu zahlen. Wie viele private Daten man bereit ist preiszugeben, muss jeder einzelne individuell für sich selbst entscheiden.

m.sosna@result.de'

Author: Michaela Sosna

Die Digitalredakteurin ist bei 3C DIALOG verantwortlich für den Bereich PR und Social Media.

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