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Liebe Bewerber für Ausbildungsplätze: Bitte keine JPGs mehr als Anlage!

18
Jun

Gute Nachricht für Schulabgänger, Studienabbrecher oder andere Bewerber, die sich für eine kaufmännische Ausbildung bewerben möchten: Auf der Webseite der Agentur für Arbeit sind derzeit in Köln noch zwölf Ausbildungsplätze für Servicefachkräfte für Dialogmarketing gemeldet.

Vielen Ausbildungsplatzsuchenden ist mit Fokus auf eine kaufmännische Qualifizierung zunächst der Bürokaufmann oder die -kauffrau bekannt. Dass mit der Ausbildung zur Servicefachkraft Dialogmarketing ebenfalls einen serviceorientierten und kaufmännischen anerkannten Ausbildungsberuf erlernt werden kann, wissen viele jedoch nicht. Eine einjährige Aufstockung zum Kaufmann/-frau Dialogmarketing schafft weitere Perspektiven!

Auch 3C DIALOG hat einige Ausbildungsplätze zur Servicefachkraft Dialogmarketing bei der IHK und der Agentur für Arbeit gemeldet, um engagierten Bewerbern eine qualifizierte Ausbildung und damit einen optimalen Start in eine solide berufliche Zukunft zu ermöglichen.

Aber wie gestaltet man eine erfolgreiche Bewerbung?

In einem Interview für das Schülerarbeitsheft 2014/2015 “Schritt für Schritt zur Berufswahl” habe ich mich mit der Frage auseinandergesetzt, worauf Unternehmen besonders bei der Bewertung von Bewerbungsunterlagen achten. Heute möchte ich Ihnen hier einige Tipps für eine ansprechende Bewerbung geben.

2 Beispiele einer Bewerbung (Bild: 3C DIALOG GmbH)

2 Beispiele einer Bewerbung (Bild: 3C DIALOG GmbH)

  • Serviceorientierung

Sie sollten zeigen, dass Sie schon beim ersten Blick auf Ihre Unterlagen Ihre Serviceorientierung unter Beweis stellen. Denn das ist natürlich auch die wichtigste Anforderung an die Kundenbetreuung. Viele Bewerber denken, dass Personaler einer aufwändigen Bewerbungsmappe per Post mehr Aufmerksamkeit schenken, als einer Bewerbung via E-Mail.

  • Kostenbewusstsein

Wir sehen das anders! Postalische Bewerbungsmappen machen in meinen Augen dort Sinn, wo gestalterische und visuell Nachweise gefragt sind. Die Bewerbung für eine kaufmännische Ausbildung erfordert dies in der Regel nicht. Vielmehr zeigt der Bewerber, der eine digitale Bewerbung übermittelt, dass er über Kostenbewusstsein verfügt – eine gute Eigenschaft für einen Kaufmann.

Nicht nur der Bewerber, sondern auch der potenzielle Arbeitgeber spart im Falle einer Absage Kosten, denn ohne den ausdrücklichen Hinweis in der Ausschreibung, dass postalisch zugesandte Bewerbungsunterlagen nicht zurückgesendet werden, gilt, dass Bewerbungsunterlagen zurückgesendet, d.h. mit ausgedrucktem und unterschriebenen Antwortschreiben, eingetütet in einen Umschlag und mit Porto versehen wieder zurück zu schicken sind. Bei 50 Bewerbungen entsteht da ein vermeidbarer Aufwand. Emailbewerbungen lassen sich hingegen effizienter bearbeiten. Auf beiden Seiten.

  • Zeiteffizienz

Insbesondere hier kann der Bewerber zeigen, dass er serviceorientiert den Bedarf des Lesers erkennt: Alle Personalentscheider sind gut beraten, sich ausreichend Zeit für die Durchsicht von Bewerbungen zu nehmen. Sinnlose Zeit investiert niemand gerne. Und da können Sie punkten, wenn Sie die üblicherweise beigefügten Unterlagen zeit- und klicksparend aufbereiten. Am professionellsten ist eine Bewerbung, in der alle übersandten Dokumente in einer einzigen Worddatei zusammengestellt und anschließend als PDF gedruckt der Email hinzugefügt werden. Diese Vorgehensweise zeigt zudem, dass der Bewerber MS Office kennt und beherrscht.

  • Bitte keine JPGs

Hingegen zeigt eine Bewerbung mit einzeln fotografierten Zeugnisseiten als JPG, dass der Bewerber wenig Zeit und Gedanken investiert hat. Gesteigert wird dieser Eindruck, wenn die JPGs nicht sinnvoll benannt sind und der Personaler sich mit vielen Klicks alles selbst sortieren muss. Auch hier der Tipp: es gibt kostenfreie Konvertierungsprogramme, die im Netz auf den Download warten. Viele Bewerber haben vielleicht zu Hause auch nicht die Gelegenheit, einen Scanner zu nutzen oder vielleicht fehlt dem einen oder anderen auch schon ein Computer. Dies alleine sollte niemanden daran hindern, unprofessionelle Bewerbungsunterlagen zu versenden.

  • BIZ nutzen

Beim Berufsinformationszentrum (BIZ) der Arbeitsagentur besteht ohne Voranmeldung die Möglichkeit, Computer zu nutzen und die mitgebrachten Bewerbungsunterlagen (z.B. Zeugnisse) zu scannen.

  • Persönliche Anrede

Nach Sichtung der Unterlagen, wird sich auf die Inhalte der Anlagen konzentriert. Häufig startet ein Anschreiben mit einer unkorrekten Anrede:

  1. Der richtige Name ist falsch geschrieben,
  2. aus dem Herrn wird eine Frau oder
  3. der Adressat ist gar nicht (mehr) im Hause beschäftigt.

Bei mir wächst dann die Erkenntnis, dass eine alte Bewerbungsvorlage unsorgfältig abgewandelt wurde. Gelegentlich verstärkt sich der Eindruck, dass ein nicht angebotener Ausbildungsberuf im Betreff oder später genannt wird. Noch fataler, wenn im Eigenschaften erwähnt werden, die erkennbar nichts mit dem Ausbildungsberuf zu tun haben.

Interpretation des Begriffs „Bewerbung“

Der Begriff bedeutet auch, für sich zu werben. In Zeiten demografischen Wandels (weniger qualifizierte Bewerber) werden die Unternehmen weiterhin Mindestanforderungen an die Aufmachung von Bewerbungen formulieren. Insbesondere für kaufmännische Berufe wird Gewissenhaftigkeit schlicht erwartet. Wer weder Zeit noch Sorgfalt aufwendet, wird dieses im Interesse des Unternehmens vermutlich auch nicht tun.

  • Echtes Interesse

Ein Bewerber, der nicht ganz die im Stellenangebot gewünschten guten Zeugnisnoten aufweisen kann, kann hier punkten: Eine gut gemachte Bewerbung, die nicht den Eindruck der unspezifischen Massenanfertigung erweckt, sondern auf echtes Interesse schließen lässt, überzeugt jeden Personaler – und lässt fehlende gute Noten dann auch einmal in den Hintergrund treten.

Jedes Unternehmen gibt heutzutage Informationen über sich auf der Homepage preis. Sich hier einige Anregungen für eine individuelle Argumentation, warum der Ausbildungsberuf und das Unternehmen das Interesse des Bewerbers geweckt haben, kostet vielleicht etwas Zeit – diese ist aber mit Sicherheit gut investiert. Und wenn man – aus welchem Grund auch immer – nicht die Möglichkeit hat, gibt es auch andere Wege, den Personalverantwortlichen von sich zu überzeugen.

Ein gutes Beispiel

Mir hat in letzter Zeit eine Bewerbung für einen Ausbildungsplatz sehr gut gefallen, in der eine Bewerberin schilderte, dass sie in einer Hotline sehr schlecht beraten worden sei und sie sich von einer Ausbildung zur Servicefachkraft für Dialogmarketing verspricht, Kunden besser und professioneller zu überzeugen. Diese Bewerberin hatte leider abgesagt, weil sie bereits vorher anderweitig eine Zusage für einen Ausbildungsplatz bekam. Wie schade, bei uns hätte sie bestimmt auch eine gute Chance gehabt!

Wenn Sie Fragen zur Ihrer Bewerbung haben, sprechen Sie mich einfach an.

Ihre

Ines Domernicht | Leitung Personal und Recht bei 3C DIALOG
ines-domernicht@3c-dialog.de

Author: Ines Domernicht

Als Leiterin für den Bereich Personal und Recht unterstützt Ines Domernicht den Unternehmensverbund seit 2011. Bei der 3C DIALOG GmbH ist sie verantwortlich für die Standorte Köln und Saalfeld.

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