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Bildungscampus Heilbronn: Ein Blick hinter die Kulissen

21
Nov

Vor einigen Wochen haben wir hier in unserem Blog darüber berichtet, dass unser Trainee Florian Schilz ein duales Studiums in Heilbronn absolviert. Am Bildungscampus Heilbronn können die Studierenden bereits während des Studiums Praxiserfahrungen sammeln. Wir haben für Sie einmal hinter die Kulissen geschaut und mit Prof. Dr. Nicole Graf gesprochen. Sie ist Prorektorin und Leiterin des Campus und seit eineinhalb Jahren für den Aufbau des neuen Heilbronner Campus zuständig.

Liebe Frau Prof. Dr. Graf, könnten Sie sich an dieser Stelle den Leserinnen und Lesern unseres Blogs kurz vorstellen?

Prof. Dr. Nicole Graf: Seit mehr als eineinhalb Jahren bin ich nun für den Aufbau des neuen Heilbronner Campus der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mosbach verantwortlich. Angefangen haben wir im Januar 2010 quasi im Mikrokosmos – zunächst noch ohne Studierende und lediglich mit zwei Mitarbeitern – inzwischen sind wir schon über 20. Und auch die Studierendenzahlen schnellen nach oben: Gestartet sind wir im Herbst 2010 mit 86 Studierenden, dieses Jahr sind es bereits 344. Meinen privaten Schwerpunkt habe ich bereits seit vielen Jahren in Heilbronn, sodass ich das Glück habe, in derselben Stadt zu leben und zu arbeiten. Bevor ich Leiterin der Campus Heilbronn wurde, habe ich fünf Jahre mit dem Aufbau des Campus Bad Mergentheim der DHBW Mosbach Pionierarbeit geleistet. Vor meiner akademischen Laufbahn war ich viele Jahre im Management  international ausgerichteter Unternehmen tätig, unter anderem bei Temic und im Daimler-Konzern.

Was unterscheidet den Campus Heilbronn der DHBW Mosbach von anderen Universitäten und Fachhochschulen?

Prof. Dr. Nicole Graf: Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Universität oder Hochschule studieren unsere Studierenden dual, das heißt in Kooperation mit einem Partnerunternehmen. Die Unternehmen wählen ihre Studierenden selbst aus, schließen mit ihnen einen dreijährigen Vertrag und bieten während des Studiums eine fortlaufende Vergütung. Durch den kontinuierlichen Wechsel zwischen Theorie- und Praxisphasen im dreimonatigen Rhythmus erwerben die Studierenden neben fachlichem und methodischem Wissen die im Berufsalltag erforderliche Handlungs- und Sozialkompetenz. Die Absolventen verfügen auf dieses Weise bereits über eineinhalb Jahre praktische Berufserfahrung und können damit quasi direkt vom Hörsaal an den Arbeitsplatz wechseln. Unabhängige Studien, wie z.B. der Universität Tübingen und des Deutschen Industrie- und Handwerkskammertags bestätigen das hohe akademische Niveau und die Employability der DHBW-Studierenden. Laut einer aktuellen Umfrage (2011) unter den Alumni der DHBW Mosbach sind 85 Prozent der Absolventen und Absolventinnen nach Abschluss ihres Studiums im Fachgebiet ihres Studiengangs beschäftigt. Rund 90 Prozent würden sich wieder für ein Studium an der DHBW Mosbach entscheiden – ich denke, das spricht für sich.

Unser Trainee Florian Schilz studiert berufsbegleitend seit diesem Wintersemester am Campus in Heilbronn „BWL-Dienstleistungsmanagement“. Welche Vorteile bietet dieses berufsbegleitende Studium im Vergleich zu einem rein universitären Studiengang?

Prof. Dr. Nicole Graf: Im Gegensatz zur Anonymität an den meisten Universitäten steht bei uns jeder einzelne im Vordergrund. Unsere Kurse haben eine maximale Größe von 30 Studierenden, sodass eine individuelle Betreuung sehr viel besser möglich ist. Unsere Durchfallquote liegt bei gerade einmal zehn Prozent – und das nicht deshalb, weil unsere Klausuren so einfach wären. Unsere Dozenten und Professoren nehmen sich die Zeit für Einzelgespräche mit den Studenten und gehen auf deren Probleme ein, so dass jeder eine faire Chance bekommt sein bestmögliches Studienergebnis zu erreichen. Ein weiterer Vorteil des dualen Studiums ist, dass unserer Studierenden vom ersten Tag an ihr eigenes Geld verdienen und damit unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten ihres Elternhauses studieren können. Besonders am Campus Heilbronn ist auch unser Studienangebot, mit welchem wir uns ganz deutlich von anderen Bildungsanbietern in der Region aber auch darüber hinaus abheben. Unseren Studierenden von BWL-Dienstleistungsmanagement bieten wir basierend auf einem allgemeinen BWL-Curriculum die spezifischen Vertiefungen Medien und Kommunikation, Bildungs- und Personalmanagement, Sportmanagement sowie Verbands- und Stiftungsmanagement an. Im Studienangebot BWL-Konsumgüter-Handel erschließen wir gerade neue Branchen wie die Bereiche „Textil und Mode“ sowie „Heim und Garten“, was sowohl regional als auch bundesweit bereits jetzt auf großes Interesse stößt.

Gibt es spezielle Anforderungskriterien, welche die Studierenden dieses Studiengangs erfüllen müssen?

Prof. Dr. Nicole Graf: Unsere Anforderungen sind für alle Studiengänge gleich: Unsere Studierenden benötigen die Hochschulreife – allgemein oder fachgebunden. Über einen zusätzlichen Eignungstest können darüber hinaus Bewerber mit Fachhochschulreife zum Studium an der DHBW zugelassen werden. Auch für Berufstätige mit entsprechenden Fortbildungen gibt es Möglichkeiten zur Zulassung. Wichtig ist aber, dass die Studierenden einen Studien- und Ausbildungsvertrag mit einem unserer Partnerunternehmen abschließen. Die Bewerberauswahl im Vorstellungsgespräch durch die Unternehmen ist für uns eine wichtigere Qualitätskontrolle als der Abiturdurchschnitt. Wie das duale Studium genau funktioniert, wo man sich bewirbt und was die Voraussetzungen sind, erklärt auch dieser unterhaltsame Kurzfilm.

Gibt es eine Empfehlungen, die Sie den Studierenden für Ihre Zukunft und Ihren beruflichen Werdegang mit auf den Weg geben können?

Prof. Dr. Nicole Graf: Für eine erfolgreiche berufliche Karriere ist insbesondere in Zeiten des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umbruchs, wie wir ihn momentan erleben, das lebenslange Lernen der wichtigste Schlüssel. Unseren Studierenden möchte ich mit auf den Weg geben, dass Lernen nicht nur eine zeitlich begrenzte Lebensphase ist, sondern sich durch die gesamte Erwerbskarriere zieht. Die Phasen zwischen Krise und Aufbruch liegen immer näher beieinander und verursachen deutlich diskontinuierlichere Lebensläufe. Am Ball zu bleiben und sich kontinuierlich weiterzubilden in seinem Fachgebiet, ist sicherlich die beste Investition in die eigene Zukunft.

Wie viele andere Branchen sind wir, die Callcenter-Branche, von den Veränderungen durch die sozialen Medien betroffen. Uns würde interessieren, wie Sie als Hochschule auf die steigende Bedeutung von Twitter, Facebook, Xing und Co. reagieren?

Prof. Dr. Nicole Graf: Das Web 2.0 – so nannten wir die Social Media noch vor zwei bis drei Jahren – ist in erster Linie ein Medium, um sich in Realzeit mit einer Community auszutauschen. Mit den Social Media lässt sich Aufmerksamkeit erzeugen, aber kein grundlegender Bewusstseinswandel der Konsumenten bewirken – das ist etwas, das viele überschätzen. Die Möglichkeiten für Marketing im Social Web sind daher begrenzt. Wir, als DHBW Mosbach, nutzen Facebook in erster Linie zur Kontakt- und Imagepflege. Zum Beispiel steht unser Auslandsamt über Facebook in Kontakt zu den ausländischen Gaststudenten. Die Incomings und Outgoings haben über den Facebook-Account die Möglichkeit, sich schon im Vorfeld mit unseren Studierenden beziehungsweise den Studierenden der Partneruniversitäten auszutauschen und kennenzulernen und könne auf diese Weise auch später leichter in Kontakt bleiben.

Vielen Dank für das Interview!

Bildrechte:Bildungscampus Heilbronn

christine-heller@3c-dialog.de'

Author: Christine Heller

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