Der Social Media Manager ist (noch) ein Einzelkämpfer

26
Nov

In letzter Zeit sprießen Berufsbezeichnungen rund um das Social Web wie Pilze aus dem Boden. Junior Social Media Consultant, Senior Community Manager, Social Media Specialist, Consultant Social Media, Social Media Manager und wie sie alle heißen. Was das Entstehen dieser neuen Berufsgruppen zeigt: Es ist Bewegung im Online-Bereich. Dank dem Bundesverband Community Management e. V. gibt es seit Kurzem Definitionen für die neu entstandenen Berufsbilder – eine hilfreiche Orientierung für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Ich bin kürzlich auf die Studie „Social Media Management: Gut aufgestellt für den Erfolg?“ von cki.kommunikationsmanagement gestoßen, die das Berufsbild des Social Media Managers noch etwas näher beleuchtet und fragt: Wie ist eigentlich in Sachen Social Media der Status quo in den Unternehmen? Die Social Media Manager haben aus dem Nähkästchen geplaudert, und die Ergebnisse möchte ich im folgenden Beitrag vorstellen.

(Bildquelle: (CC BY-NC-ND 2.0) digital_stability| flickr.com)

Social Media Manager sind im Durchschnitt 33 Jahre alt

Unter den rund 300 Befragten sind mehr Männer (52 Prozent) als Frauen (47 Prozent). Was auch nicht besonders überrascht: Sie sind jung – im Durchschnitt 33 Jahre. Im Unternehmen sind die Social Media Manager oft nicht nur für den Social-Web-Auftritt, sondern zusätzlich für die PR beziehungsweise Öffentlichkeitsarbeit (25 Prozent), das Online-Marketing (23 Prozent) oder das Marketing (20 Prozent) verantwortlich.

Bildquelle: © cki.kommunikationsmanagement

In der Regel sind sie im Marketing- oder Kommunikationsbereich ihrer Firmen eingesetzt. Damit wird ein ähnliches Bild gezeichnet, wie in der Studie des BVDW zum Einsatz von Social Media in Unternehmen.

PR und Marketing spielen (leider) immer noch die Hauptrolle

Die Befragung zeigt: Wie professionell – nach eigener Einschätzung – Unternehmen im Social Web agieren, hängt keinesfalls von der Unternehmensgröße ab. Auch die kleinen und mittelständischen Firmen sehen sich als Experten. Was allerdings offensichtlich ist: Es sind wieder einmal die Bereiche PR/Öffentlichkeitsarbeit (40 Prozent) und Marketing (46 Prozent), die Social Media sehr stark einsetzen. Je mehr man sich von diesen Bereichen entfernt, umso dünner wird die Luft. So geben nur 17 Prozent der Befragten an, im HR-Bereich sehr stark auf Social-Web-Auftritte zu setzen.

Als Social Media Manager ist man auf den Rückhalt aus der Geschäftsführung angewiesen. Das bestätigen die Befragten. 50 Prozent der Teilnehmer sagen über ihre Geschäftsführer, dass diese ebenfalls Social Media einsetzen. Das dürfen ruhig noch mehr werden, finde ich.

Kompetenz im Bereich der Social-Media-Plattformen am größten

Bildquelle: © cki.kommunikationsmanagement

Interessant wird es, wenn die Social Media Manager die Kompetenzen in ihrem Unternehmen benennen sollen. Sehr gute Kenntnisse bescheinigen sich 45 Prozent der Befragten, wenn es um die Bedienung von Plattformen wie Facebook, Twitter oder Google+ geht. Die eigene strategische Kompetenz schätzen 42 Prozent als gut ein. Im Bereich Social Media Monitoring bezeichnen insgesamt 52 Prozent ihre Kenntnisse als gut beziehungsweise sehr gut.

Social Media Manager fühlen sich als Einzelkämpfer

Bildquelle: © cki.kommunikationsmanagement

Bei den meisten Social Media Managern scheinen die Prozesse und Abstimmungen innerhalb ihres Unternehmens reibungslos zu verlaufen, auch wenn 49 Prozent der Befragten die bestehende Organisationsstruktur als hinderlich für das Social Media Management empfinden.

Da sich nur acht Prozent der Belegschaft in den untersuchten Unternehmen als aktive Social-Media-Kommunikatoren bezeichnen lassen, ist es nicht verwunderlich, dass sich 62 Prozent der Social Media Manager als Einzelkämpfer sehen. In einem Punkt sind sich (fast) alle einig: Die Unternehmen haben noch jede Menge Potenzial, im Social Web mehr Erfolge zu erzielen!

Da trennt sich die Spreu vom Weizen

Der Erfolg eines erfolgreichen Social-Web-Auftritts hängt weniger von der Unternehmensgröße als vielmehr von der Art und Weise ab, wie im Unternehmen Social Media verstanden und umgesetzt wird.

Diese Ergebnisse stehen am Ende der Befragung:

Ist ein Unternehmen im Social Web erfolgreich, …

… dann beschäftigt sich der Social Media Manager ausschließlich mit dem Social-Media-Auftritt.

… dann wird Social Media in allen Bereichen des Unternehmens in etwa gleicher Ausprägung eingesetzt.

… dann sind die Prozesse rund um die Social-Media-Themen klar definiert. Dabei koordiniert entweder ein federführender Bereich oder bereichsübergreifendes Social-Media-Team den Auftritt.

… dann werden den Mitarbeitern interne Schulungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten angeboten.

… dann verfügen die Mitarbeiter über Fachkompetenz von den einzelnen Plattformen über die Erstellung von Inhalten, Guidelines, Community Management, Recht und Datenschutz sowie Monitoring.

… dann haben die Mitarbeiter entsprechendes Spezialwissen bei Themen wie Suchmaschinenoptimierung und ergänzenden Plattformen sowie Werkzeugen.

… dann können sie eine funktionierende Interaktion mit ihren Kunden vorweisen.

… dann ist das Thema Social Media tief in der Unternehmenskultur verankert.

Ein Blick in die Zukunft

Wie könnte man den Bereich Social Media noch erfolgreicher umsetzen? Bei dieser Frage sind sich alle Social Media Manager einig: mit mehr Ressourcen und mehr Commitment. Die Teilnehmer der Befragung wünschen sich mehr Akzeptanz, Befugnisse und Vertrauen aber auch klare Strategien, Ziele und Guidelines.

christine-heller@3c-dialog.de'

Autor: Christine Heller

Kommentare

  • Pingback: 5 Lesetipps für den 26. November | Netzpiloten.de

  • dernahrr@gmx.de'
    26. November 2012

    bin gespannt, ob es bald einen Ausbildungsberuf gibt, denn social media manager werden in Zukunft verstärkt in unternehmen gebraucht werden.

  • lh@lvq.de'
    26. November 2012

    “Sie sind jung – im Durchschnitt 33 Jahre.”
    Das finde ich nun gar nicht so jung. Durchschnitt von 33 Jahren heißt doch, dass jeder 25jährige den Schnitt genauso kaputt macht, wie jeder 45jährige.
    Ein Durchschnitt von 33 Jahren deutet eher darauf hin, dass die meisten Social Media Manager bereits einiges an Berufs- und Lebenserfahrung haben werden.

    Ich bin erleichtert. War doch noch kürzlich eine Diskussion im Gange, ob SMM eher unter 25 sein sollten, sozusagen zu den sogenannten Digital Natives gehören müssten. http://mikeschnoor.com/2012/07/23/social-media-manager-eine-frage-des-alters/

    Ein Social Media Manager braucht eben bereits Erfahrung, um auch managen zu können. 33 Jahre könnten dafür bereits ausreichen ;-)

  • j.grund@gmx.ch'
    26. November 2012

    @Martin Pi: Gibt’s das nicht in Deutschland? Ich habe meine Weiterbildung zum Social Media Manager an der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich im Februar abgeschlossen.
    Bei uns in der Schweiz werden aber leider nur sehr wenige Social Media Manager /Community Manager gesucht. Da habe ich in den letzten Monaten für die D-Schweiz vielleicht knapp 8 gesehen. Ganz zu schweigen von SoMe Analysten oder Consultans…
    Aber eben: Es ist nicht nur die Weiterbildung – es braucht auch die Praxis.

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  • martin.bucher@unified-dialog.com'
    28. November 2012

    Dieses Bild deckt sich mit dem, was wir bei vielen Unternehmen antreffen: Die “Social Media Redaktion” besteht aus einer Person, oft wird eine Praktikantin damit betraut, die am Informationsfluss im Unternehmen nicht ausreichend beteiligt wird. Tweets wie “Guten Morgen Tweeple” und Facebook-Posts “Was macht Ihr heute?” sind die Konsequenz.

    Deshalb bieten wir mit “Unified Dialog” (http://www.unified-dialog.com) eine Lösung entwickelt, dass bei der Suche nach relevantem und authentischem Content helfen soll – und dabei auch alle Mitarbeiter eines Unternehmens als Content-Lieferanten einbeziehen kann, ohne dass das Marketing die Kontrolle über den Content verliert.

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  • helena89@emailn.de'
    28. November 2012

    Ich bin neugireig, wie Social Media Marketing in 5-10 Jahren aussehen wird. Leute verbringen immer mehr Zeit online. Man kann heute arbeiten, einkaufen, sich mit den Leuten unterhalten, ohne das Haus zu verlassen.Deshalb ist der Web Auftritt der Firma wichtig und wenn man Social Media bei der Umsetzung der Marketing Strategie im Unternehmen aktiv einsetzt, soll es eine Person geben, die sich damit gründlich befasst.

  • ds@capinio.de'
    28. November 2012

    Die Ausbildungen und Zertifizierungen zum “Social Media Manager” werden gerade immer verstärkter angeboten. Allerdings noch mit vielen Wildwüchsen und Bauerfängerangeboten. Hier gilt es wohl noch zu professionaliesieren.

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  • Info@ruedigerschmiedt.de'
    24. Januar 2013

    Kann jeden Punkt in dem Artikel nur bejahen und aus der Praxis bestätigen. Es wird sich im Bereich Berufsbezeichung und Ausbildung noch vieles tun und ändern. Ich habe die Erfahrung gemacht, das viele Firmen auf den Zug leider noch nicht aufgesprungen sind…Leider! Und viele falsche Meinungen in den Köpfen sind. Deshalb ist auch noch viel Überzeugung notwendig. Bin deshalb immer begeistert von solchen Artikel. Weiter so.
    http://ruedigerschmiedt.de/social-media/die-7-irrtumer-des-social-media-marketing/

  • Nina
    5. Februar 2014

    Auch wenn alle einen Account haben und Unternehmen realisieren, dass eine gut geführte Facebook Seite ein absolutes Muss ist, unterschätzen viele den Marktwert dieser Social Plattforms. Wo kann gutes Socials Media Marketing hinführen und wie schaffen Sie es, legal und völlig unproblematisch die richtige Zielgruppe zu erreichen. Dies ist eines der Aufgabenfelder des Managers für Facebook, Twitter und Co. Danke für diesen gelungenen Beitrag.

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